Blogbeitrag:

Der Turbo für die Entwicklung des autonomen Fahrens ist gestartet

SAVeNoW: Simulation (Straße)

Der Turbo für die Entwicklung des autonomen Fahrens ist gestartet

Die europäischen Autohersteller haben den Turbo angeworfen, um auf dem Gebiet des autonomen Fahrens mitzumischen. Ein gewisser Vorsprung der Player aus den USA ist nicht zu bestreiten. Das soll sich jedoch in absehbarer Zeit grundlegend ändern. Denn die Autohersteller – an erster Stelle Audi/VW, aber auch BMW und Daimler – haben den Turbo angeworfen und können bereits überzeugende Ergebnisse vorweisen.

Das Forschungsprojekt „SAVeNoW“

Wir freuen uns, dass der Staat dieses zukunftsorientierte und wichtige Thema fördert: Das Forschungsprojekt „SAVe“, das sich intensiv mit der Funktions- und Verkehrssicherheit im automatisierten und vernetzten Fahren befasst, geht in die nächste Runde. 7,7 Millionen Euro an Fördergeldern stellt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) für das Nachfolgeprojekt „SAVeNoW“ zur Verfügung. Kern-Element dieses Förderprojektes ist die Entwicklung eines digitalen Zwillings – hier kann sepp.med mit seiner Kompetenz aus verschiedenen Projekten zum Thema digitaler Zwilling und Simulation natürlich prominent beitragen.

Unser Geschäftsführer Florian Prester sprach mit Lutz Morich (Audi AG), dem Leiter des Förderprojektes, und erhielt hochinteressante Antworten auf seine Fragen. Außerdem erklären Dr. Martin Beißer und Karl-Heinz Kühnlein, die beiden bei sepp.med zuständigen Förderprojektleiter und Automotive-Experten, wie sepp.med innerhalb des Förderprojekts SAVeNoW zur Optimierung der Sicherheit beim autonomen Fahren beiträgt.

sepp.med Geschäftsführer Florian Prester im Gespräch mit Lutz Morich (Audi AG), Leiter des Förderprojektes SAVeNoW

Was war das Besondere an dem Vorgängerprojekt SAVe?​

Lutz Morich: Für mich war besonders, dass ich erstmalig ein Projekt mit so vielen verschiedenen Partnern organisieren durfte. Aus der Vergangenheit hatte ich Erfahrungen mit klassischen Automotive-Projekten. Ein Forschungsprojekt, an dem so unterschiedliche Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung beteiligt sind, war für mich völliges Neuland.

Lutz Morich

Ich glaube, dass diese bunte und interdisziplinäre Mischung generell die Besonderheit, den Reiz und auch den Erfolg von SAVe ausgemacht haben. Derart komplexe Fragestellungen sind nur mit der Intelligenz von Vielen aus unterschiedlichen Perspektiven zu lösen.

Warum wurde ein Folgeprojekt nötig?

Lutz Morich: SAVe hat methodische Grundlagen für ein virtuelles Testfeld im urbanen Raum gelegt. Bereits vor SAVe hatten wir vor, diese Methodik auch operativ und betreibbar umzusetzen. Der erste Anlauf der Förderbeantragung dazu im Jahr 2017 war nicht erfolgreich. Aus meiner Sicht war die Zeit noch nicht reif. So haben wir mit SAVe den methodischen Nachweis angetreten und werden nun skalieren und operationalisieren.

SAVeNoW: Simulation
Die im Projekt SAVe entwickelten Werkzeuge für die digitale Kopie einer Stadt werden beim Folgeprojekt SAVeNoW anhand eines realen Beispiels angewand. Die Simulation bildet die Verkehrsinfrastruktur der Stadt Ingolstadt ab.

Was versprichst Du Dir von der Teilnahme von sepp.med?

Lutz Morich: Ein derartig komplexes System, das wir „vor der Brust“ haben, bedarf professioneller Software-Kompetenz insbesondere in der Qualitäts-Sicherung. Das System muss valide und zuverlässig sein. Ich habe großes Vertrauen in ein Unternehmen, das bereits seit 40 Jahren erfolgreich im Bereich Software-Entwicklung in der Medizin tätig ist und dieses Knowhow seit über 15 Jahren auch im Bereich Automotive einbringt.

Was sind die Highlights aus deiner Sicht für SAVeNoW?

Lutz Morich: Ich hoffe auf einige Highlights. Spannend wird die Zusammenarbeit in dem gewachsenen Verbund. Er ist noch größer und vielfältiger geworden. Ein „Dauerhighlight“ ist für mich, dass wir dauernd voneinander lernen und Neues entdecken können. Das war bei SAVe so und wird, da bin ich ziemlich sicher, auch bei SAVeNoW der Fall sein.

Warum engagierst Du Dich in dem Projekt? Was möchtest Du bewegen was treibt Dich an?

Lutz Morich: Ich bin davon überzeugt, dass die Automobilindustrie mit dem Wechsel vom reinen Hersteller zum Mobilitätsanbieter vor der größten Herausforderung steht, seit das Auto Anfang des letzten Jahrhunderts die Straßen erobert hat. Der Wechsel aus der Perspektive des Fahrzeugs in die des Gesamtsystems Verkehr ist nicht trivial.

Zudem habe ich als Kind im Ruhrgebiet mit dem Sterben der Zechen und Hochöfen einen Strukturwandel erlebt, der aus meiner Sicht wenig erfolgreich war. Ich habe seit geraumer Zeit ein Déjà-Vu hier im Ingolstädter Raum. Das müssen wir besser machen und dazu möchte ich einen Beitrag leisten.

SAVeNoW, der digitaler Zwilling für das autonome Fahren

Die beiden bei sepp.med zuständigen Förderprojektleiter Dr. Martin Beißer und Karl-Heinz Kühnlein beantworten unsere weitergehenden Fragen zu diesem spannenden Projekt.

Was ist das Ziel dieses Förderprojektes?

Dr. Martin Beißer: Ziel des Förderprojektes ist es, wichtige Impulse für die Mobilität der Zukunft zu liefern. Diese soll nachhaltiger, sicherer und intelligent vernetzt sein. Bislang ungenutzte Optimierungspotentiale in den Domänen Funktions- und Verkehrssicherheit, Verkehrseffizienz sowie Emissionsreduktion und Umweltschutz sollen gezielt genutzt und ausgeschöpft werden, um so die allgemeine Verkehrswende voranzutreiben.

Karl-Heinz Kühnlein: Als übergeordnetes Ziel des Projekts SAVeNoW sollen die Voraussetzungen für ein standardisiertes, ganzheitliches sowie nachhaltig betreibbares Simulationsmodell für verschiedene Anwendungsfälle und Zielgruppen geschaffen werden, das permanent durch unterschiedlichste Echtzeitdaten angereichert und aktualisiert werden kann. Ein weiteres Ziel ist schließlich die Förderung eines begleitenden Dialogs zu gesellschaftlichen Fragestellungen über automatisiertes Fahren.

SAVeNoW: Simulation von Regenwetter
Das Simulationsmodell des Projekts SAVeNoW bildet nicht nur Straßen, Gebäude oder Verkehrsregeln ab, sondern berücksichtigt auch dynamische Elemente wie etwa hohes Verkehrsaufkommen zu Stoßzeiten oder Verkehrsbeeinträchtigungen durch das Wetter.

Wie lange ist die Projektdauer angelegt?

Karl-Heinz Kühnlein: Das Projekt ist auf 2,5 Jahre geplant.

Wieviele Projektpartner arbeiten zusammen?

Dr. Martin Beißer: Neben großen Playern des Automobilbereichs arbeiten wissenschaftliche Institutionen mit innovativen mittelständischen Unternehmen zusammen. Das technische Know-How wird durch die Katholische Universität Eichstädt um gesellschaftspolitische und ethische Fragestellungen ergänzt.

Was sind die Herausforderungen, denen dieses Projekt begegnet?

Karl-Heinz Kühnlein: Die Modellstrukturen des sogenannten Digitalen Testfelds – gewonnen aus realen Verkehrsdaten der Stadt Ingolstadt – sollen in ein Virtuelles Testfeld übertragen werden, in dem alle Verkehrsvorkommnisse simuliert, bewertet und optimiert werden können.

In welchem Bereich wird sepp.med aktiv sein?

Dr. Martin Beißer: sepp.med wird in allen Bereichen des Projekts mitwirken. Es wird eine App für Mobilgeräte entwickelt, welche die Ergebnisse der Simulation für die Gesellschaft visualisiert und begreifbar macht. An den Auswertungen des Digitalen Testfelds und der Übertragung in das Virtuelle Testfeld ist sepp.med ebenso beteiligt, wie an der Realisierung in einer übergreifenden Cloud-Lösung.

Was sind die Expertisen, mit denen sepp.med zum Projekterfolg beitragen wird?

Karl-Heinz Kühnlein: sepp.med liefert mit seiner Expertise beim Modellbasiertem Test wichtige Beiträge zur Qualitätssicherung im gesamten Projekt. Die bestehenden Expertisen in den Bereichen „App as a Service“, „Infrastructure as Code“ und „Quality as a Service“ werden eingebracht und vertieft.

Werden auch innovative Methoden eingesetzt z. B. KI, agiles Vorgehen, DevOps?

Karl-Heinz Kühnlein: Die im Einzelnen eingesetzten Methoden stehen jetzt zu Projektbeginn noch nicht abschließend fest. Sicher ist aber, dass ein derart innovatives Projekt auch innovativer Methoden bedarf, um die Projektziele zu erreichen. sepp.med kann hier aus seinem großen Portfolio an innovativen Methoden schöpfen.

Gibt es Projekte, in denen sepp.med diese speziellen Kompetenzen bereits unter Beweis stellen konnte?

Dr. Martin Beißer: Bereits in anderen Projekten hat sepp.med wichtige, innovative Beiträge geliefert. Im Projekt PetS3 wurden Methoden zur Überprüfung der IT-Sicherheit für automobile Systeme entwickelt. Im Projekt MASSiF wurden wichtige Grundlagen zur Modellierung von IT-Sicherheitsszenarien entwickelt.

Wieviele sepp.med Mitarbeitende sind involviert?

Karl-Heinz Kühnlein: sepp.med stellt diesem Projekt zwei Senior Experts bei, die von zwei Junior Experts unterstützt werden.

Wir danken Lutz Morich, Dr. Martin Beißer und Karl-Heinz Kühnlein für die ausführliche Beantwortung unserer Fragen.

Das Förderprojekt SAVeNoW wird eine entscheidende Grundlage für die Entwicklung des autonomen Fahrens darstellen. Deshalb wünschen wir allen Beteiligten einen reibungslosen Projektverlauf und viel Erfolg!

Weiterführende Infos zur Entwicklung des autonomen Fahrens

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